Überblick

Studienabschlüsse - Viele Wege zum Ziel

Die traditionellen deutschen Studienabschlüsse an der Universität sind das Diplom und - in geisteswissenschaftlichen Fächern - der Magister. Künftige Lehrer, Juristen, Mediziner und Pharmazeuten müssen eine staatliche Prüfung, das so genannte Staatsexamen, ablegen. Die Regelstudienzeit beläuft sich in den Diplom- und Magisterstudiengängen auf mindestens acht Semester, in vielen Fächern jedoch dauert das Studium de facto länger, weil alle Anforderungen in dieser Zeit nicht zu erbringen sind. Fachhochschüler schließen ihr Studium in der Regel nach sechs Semestern mit dem Diplom (FH) ab. Eine Promotion, also das Erlangen der Doktorwürde, ist nur an einer Universität möglich, ebenso die Habilitation zum Professor.

International anerkannt: Bachelor und Master

Bis zum Jahr 2010 werden modular aufgebaute Bachelor- und Master-Studiengänge diese einstufigen Studiengänge weitgehend abgelöst haben - darauf haben sich die europäischen Nationen in der Bologna-Deklaration von 1999 verständigt. Ziel des so genannten "Bologna-Prozesses" ist die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes, der die Vergleichbarkeit und Qualität der Abschlüsse gewährleistet und die akademische Mobilität fördert.

Derzeit werden an deutschen Hochschulen bereits mehr als 4600 Bachelor- und 3000 Master-Studiengänge angeboten, davon ein Großteil in englischer Sprache. Bachelor- und Masterprogramme machen somit mehr als 60 Prozent aller in Deutschland verfügbaren Studienmöglichkeiten aus.

Schneller, straffer, strukturierter

Die Einführung der international anerkannten Abschlüsse hat für eine kleine Revolution in den deutschen Hörsälen gesorgt, denn sie bieten die Möglichkeit, die Hochschule schneller als bisher üblich zu absolvieren und früher ins Berufsleben einzusteigen. Die Regelstudienzeit für ein Bachelor-Studium beträgt nämlich nur sechs Semester, für ein vertiefendes Master-Studium sind zwei bis vier Semester vorgesehen.

Weitere Vorteile: Absolventen deutscher Hochschulen haben auf dem internationalen Markt bessere Chancen. Und ausländische Studierende kommen eher nach Deutschland, wenn die hier erworbenen Abschlüsse in ihrem Heimatland problemlos anerkannt werden.

Allerdings sind bei der Umstellung auf Bachelor und Master noch einige Hürden zu bewältigen: Das Studium ist sehr kompakt und straff strukturiert, viele Studierende haben das Gefühl, dass in kurzer Zeit sehr viel Lernstoff behandelt wird. Da bleibt kaum Zeit, nebenbei zu arbeiten – ein Problem gerade angesichts der in vielen Bundesländern erhobenen Studiengebühren. Und: Oft lassen die neuen Studiengänge keinen Raum für Praxis- oder Auslandssemester. Dabei sollten doch die neuen Abschlüsse den Weg ins Ausland eigentlich einfacher machen…

Weitere Informationen

Offizielle Website zum Bologna-Prozess
http://www.dfes.gov.uk/bologna/

Der Europäische Hochschulraum - Gemeinsame Erklärung der Europäischen Bildungsminister vom 19. Juni 1999, Bologna (PDF)
http://www.bmbf.de/pub/bologna_deu.pdf

Informationssystem zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse
http://www.anabin.de

Fit For Europe – Studieren in Deutschland
http://www.fit-for-europe.info/webcom/show_page_ffee.php?wc_c=180&wc_id=5&wc_lkm=79

Letzte Änderung: 05.08.2008

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