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08.01.2009
 
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Ideenfabrik der Zukunft: Deutschland - ein Forschungsland





Neue, alte Werte - der Weg zur führenden Wissenschaftsnation

"Alles was erfunden werden kann, ist bereits erfunden", schrieb ein gewisser Charles H. Duell, Mitglied des US-Patentamtes. Das war 1899. Mehr als 100 Jahre danach wird soviel erfunden wie nie zuvor. Wissenschaft und Forschung sind die Fundamente unserer Zukunft, heißt es nicht nur in den Sonntagsreden der Politiker. Das gilt erst recht für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland. Die moderne Gesellschaft ist eine Wissensgesellschaft.

Wissenschaft, Forschung und Lehre sind überall sichtbarer Bestandteil des öffentlichen Lebens in Deutschland. In den über 300 Hochschulen, in den vielen hundert Forschungseinrichtungen von der Nobelpreis-Schmiede Max-Planck-Gesellschaft über die Fraunhofer-Gesellschaft bis zur Industrie - von der Nanotechnik bis zur Großforschung ist alles dabei.

Nicht zu vergessen die Staatsbürger in wissenschaftlicher Mission, die so bahnbrechende Dinge wie den beleuchteten Lippenstift oder die elektrische WC-Bürste erfunden haben. Zwischen Hamburg und München gibt es etwa 100.000 Amateurforscher.

Vom Buchdruck bis zu MP3 - Wissenschaft made in Germany

Herausragende Wissenschaft hat in Deutschland eine lange Tradition: Johannes Gutenberg erfand den Buchdruck, Heinrich Hertz wies die elektromagnetischen Wellen nach, Paul Ehrlich entwickelte die Chemotherapie, Albert Einstein die Relativitätstheorie und ein junger Deutscher namens Karlheinz Brandenburg erfand "das heißeste Ding im Cyberspace" - das Musikformat MP3.

Eine Blütezeit erlebte die deutsche Wissenschaft vom 19. Jahrhundert bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts. Die internationale Wissenschaftssprache war Deutsch. Planck, Bunsen, Otto, Einstein, die Liste berühmter Wissenschaftler ließe sich noch lange fortsetzen. Doch dann kam der Nationalsozialismus, der auch für die deutsche Wissenschaft einen absoluten Tiefpunkt darstellte. Einige deutsche Forscher beteiligten sich am Massenmord an den europäischen Juden. Und: Führende jüdische Wissenschaftler wurden vertrieben, darunter Nobelpreisträger wie Erwin Schrödinger oder Max Born. Ein Aderlass, von dem sich die deutsche Forschung in vielen Bereichen lange nicht erholen konnte. Denn nach dem Krieg kamen die jüdischen Wissenschaftler nicht mehr zurück, in das "Land der Massenmörder", wie es Albert Einstein nannte.

Die nächste Zäsur fand dann 1990 statt: Mit der deutschen Wiedervereinigung standen sich zwei vollkommen unterschiedliche Wissenschaftssysteme gegenüber: Im Westen ein pluralistisches, föderatives - im Osten ein zentralistisches System. Die Zusammenführung bedeutete vor allem für die neuen Bundesländer einen tiefgreifenden Strukturwandel. Ein Strukturwandel, der aber auch große Chancen mit sich brachte. "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", hat der deutsche Schriftsteller Hermann Hesse geschrieben - neue Institute und neue Forschungseinrichtungen entstanden, in denen auch heute noch immer große Aufbruchstimmung herrscht.

"Gesellschaft mit beschränkter Forschung"? - Versäumnisse in den 1990er Jahren

In Deutschland wird heute soviel in die Forschung investiert wie nie zuvor: Rund 45 Milliarden Euro werden jedes Jahr in Forschung und Entwicklung gesteckt, den größten Batzen davon – rund zwei Drittel - trägt die Wirtschaft. Dennoch: Viele glauben, dass Deutschland den Anschluss an die Spitzengruppe der führenden Wissenschaftsnationen der Welt verloren hat. In den 1990er Jahren sanken die Ausgaben für Forschung und Bildung. Die führende Position, die man noch in den 70er und zu Beginn der 80er inne hatte, sei leichtfertig verspielt worden. Das zeige sich durch das Abwandern deutscher Wissenschaftler ins Ausland.

In den letzten Jahren bekamen gleich mehrere gebürtige Deutsche den Nobelpreis verliehen - die Mehrzahl von ihnen arbeitet aber nicht in Deutschland, sondern in den USA. Auch sei es schwieriger geworden, ausländische Forscher nach Deutschland zu holen. Zu wenig international, zu wenig leistungsorientiert, zu bürokratisch und zu wenig interdisziplinär, lautete die Kritik. Es gebe zu wenig Teamgeist. Hiobsbotschaften, die manche dazu brachten von einer "Gesellschaft mit beschränkter Forschung" zu sprechen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft beklagte den "deutschen Provinzgeist" und dass man den Wettlauf um die Zukunft zu verlieren drohe.

Sorgen, die nicht unberechtigt waren: Bei den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lag Deutschland mit knapp 2,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes im internationalen Vergleich zurück. Die USA investierten zuletzt 2,7 Prozent (2004), Japan 3,2 Prozent (2003), Schweden 4,0 Prozent (2003) und Israel gar 4,5 Prozent (2004).

Trend gestoppt – Neue Impulse für Innovation und Forschung

Aber dieser Trend ist gestoppt: Es wird wieder mehr in Forschung investiert, im Jahr 2005 startete die Bundesregierung ein großangelegtes Innovationsprogramm. In einer "Exzellenzinitiative" werden die besten Universitäten und Graduiertenschulen gefördert, der "Pakt für Forschung und Innovation" sichert den großen Forschungseinrichtungen in Deutschland bis zum Jahr 2010 einen jährlichen Mittelzuwachs von mindestens drei Prozent. Bis 2010 sollen so schrittweise die Ausgaben für die Forschung auf drei Prozent des Bruttoinlandproduktes gesteigert werden, dafür werden von der Bundesregierung zusätzlich sechs Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Nur so, meint Forschungsministerin Annette Schavan, wird Deutschland im globalen Wettbewerb um die kreativsten Köpfe mithalten können.

Deutschland international

Nicht nur durch den aufgestockten Wissenschaftsetat wird Deutschland immer attraktiver für die besten Köpfe aus aller Welt. Durch das neue Zuwanderungsgesetz von 2005 wurden bürokratische Hürden abgebaut und gerade ausländischen Forschern noch bessere Chancen gegeben, mit ihren Familien in Deutschland zu forschen und zu arbeiten. Deutschland soll zu einer Ideenfabrik werden, damit auch weiterhin Wohlstand und Sicherheit gewährleistet sind. Wie hat der frühere deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker gesagt: "Die Technik von heute ist das Brot von morgen".





Weitere Informationen   



Bundesministerium für Bildung und Forschung
www.bmbf.de

"kompetenznetze.de" - Der Wegweiser für Innovation, Investition und Bildung
www.kompetenznetze.de

"Research in Germany" wendet sich gezielt an internationale Wissenschaftler und gibt einen Überblick über die deutsche Forschungslandschaft mit Links zu außeruniversitären Einrichtungen.
www.research-in-germany.de

"Wissenschaft im Dialog", eine Initiative des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, der großen Forschungsorganisationen und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
www.wissenschaft-im-dialog.de

Deutschland online - Forum für Politik, Kultur und Wirtschaft
www.magazine-deutschland.de/...

"Tatsachen über Deutschland" - Handbuch des Auswärtigen Amtes
www.tatsachen-ueber-deutschland.de













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